MiCAR in 10 Fakten: Das Wichtigste für Krypto-Unternehmen
Tim Schuster
Marketing Manager, TanganyMiCAR (Markets in Crypto-Assets Regulation) wird den Kryptomarkt in der gesamten Europäischen Union (EU) tiefgreifend verändern. Ob Krypto-Investoren, Börsen oder Dienstleister: Wer regelkonform und im neuen regulatorischen Umfeld wettbewerbsfähig bleiben will, muss MiCAR verstehen.
Tangany blickt auf fünf Jahre Erfahrung in der deutschen Regulatorik zurück und hat sich intensiv mit MiCAR auseinandergesetzt. Als Verwahrer für digitale Vermögenswerte, der sich selbst auf die neuen Vorgaben einstellt, kennen wir die Herausforderungen, vor denen Finanzinstitute und Unternehmen stehen können.
In diesem Artikel beantworten wir 10 zentrale Fragen zu MiCAR, damit Unternehmen den Entwicklungen einen Schritt voraus bleiben.
1. Was ist MiCAR, und welche Bedeutung hat die Verordnung für die Kryptobranche der EU?
MiCAR ist die erste EU-weite Verordnung, die sich gezielt mit Kryptowerten befasst. Sie schafft Rechtsklarheit und soll Anleger in allen 27 EU-Mitgliedstaaten schützen. Zuvor war die Regulatorik fragmentiert, denn jedes Land wandte eigene Regeln an. MiCAR führt diese Ansätze zusammen und schafft einen einheitlichen Rechtsrahmen für die gesamte EU.
Von dieser Einheitlichkeit werden Unternehmen profitieren: Sie erhalten einen klaren regulatorischen Weg und können grenzüberschreitend reibungsloser agieren.
2. Gilt MiCAR in allen europäischen Ländern?
Ja, MiCAR gilt in allen 27 EU-Mitgliedstaaten. Zudem werden die EWR-Staaten Norwegen, Island und Liechtenstein MiCAR voraussichtlich übernehmen oder vergleichbare Regeln einführen, um mit dem EU-Recht im Einklang zu bleiben.
Nicht erfasst sind dagegen die Schweiz und das Vereinigte Königreich, da sie weder zur EU noch zum EWR gehören. Unternehmen aus diesen Ländern, die ihre Dienstleistungen im EU-Markt anbieten wollen, müssen voraussichtlich die MiCAR-Vorgaben erfüllen.
3. Welche Kryptowerte und Dienstleistungen fallen unter MiCAR?
MiCAR erfasst eine Vielzahl von Kryptowerten und Dienstleistungen. Darunter fallen klassische Kryptowerte wie Bitcoin und Ethereum ebenso wie speziellere Token, etwa vermögenswertereferenzierte Token (ARTs) und E-Geld-Token (EMTs), die gemeinhin als Stablecoins bezeichnet werden. Hinzu kommen Handelsplattformen für Kryptowerte, Verwahrdienstleistungen, Wallet-Anbieter und Token-Emittenten. Damit fällt der Großteil aller kryptobezogenen Aktivitäten in den Geltungsbereich der Verordnung.
4. Welche Fristen gelten für die MiCAR-Compliance?
MiCAR wird in Etappen umgesetzt, für Unternehmen gelten dabei mehrere zentrale Fristen. So mussten Emittenten von Stablecoins die Vorgaben bereits bis Juni 2024 erfüllen, während Krypto-Dienstleister (CASP) dafür bis Juli 2025 Zeit haben. Diese Fristen im Blick zu behalten, ist entscheidend, um Betriebsunterbrechungen oder Sanktionen zu vermeiden.
5. Wer benötigt eine MiCAR-Lizenz?
MiCAR wird voraussichtlich einem breiten Kreis von Krypto-Dienstleistern Lizenzpflichten auferlegen. Diese Lizenzen stellen sicher, dass Unternehmen der Kryptobranche regulatorische Standards für Transparenz, Sicherheit und Verbraucherschutz erfüllen.
Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Dienst innerhalb oder außerhalb der EU erbracht wird: Sobald EU-Bürger angesprochen oder umworben werden, ist MiCAR relevant. Eine MiCAR-Lizenz setzt eine Niederlassung in der EU oder einen bereits lizenzierten Partner in der EU voraus.
Die folgende Übersicht zeigt die wichtigsten Arten von Unternehmen, die eine MiCAR-Lizenz benötigen, und hilft bei der Einordnung des eigenen Geschäftsmodells:
Krypto-Börsen
Verwahrer
Wallet-Anbieter
Token-Emittenten
Berater für Kryptowerte
Für Unternehmen, die eine dieser Dienstleistungen erbringen, bringt MiCAR voraussichtlich neue Pflichten in den Bereichen Lizenzierung, Transparenz und Verbraucherschutz mit sich.
Die Lizenzpflichten unter MiCAR können sich zudem auf weitere Unternehmen erstrecken, die an Krypto-Transaktionen oder an der Vermögensverwaltung beteiligt sind. Je nach Angebot kann ein Unternehmen auch unter mehrere Kategorien fallen. Die passende Lizenz zu erwerben, ist Voraussetzung für eine rechtmäßige Tätigkeit in der EU.
Mit der Lizenz können Unternehmen über den Europäischen Pass (Passporting) nach MiCAR in allen 27 EU-Mitgliedstaaten tätig werden, ohne in jedem Land eine separate Lizenz beantragen zu müssen.
Ausführliche Informationen zu den Lizenzanforderungen:
MiCAR-Lizenzen verstehen: die wichtigsten Anforderungen im Überblick
6. Wie schützt MiCAR Verbraucher?
MiCAR führt mehrere Maßnahmen ein, die den Verbraucherschutz stärken. So müssen Token-Emittenten umfassende Kryptowerte-Whitepaper bereitstellen, die Risiken, technische Details und die mit dem jeweiligen Kryptowert verbundenen Rechte darlegen. Außerdem müssen Unternehmen klar und transparent über die Risiken einer Anlage informieren, damit Kunden fundierte Entscheidungen treffen können.
Verwahrer sind zudem unter anderem verpflichtet, einen umfassenden Versicherungsschutz vorzuhalten.
7. Wie reguliert MiCAR Stablecoins?
MiCAR stellt Stablecoins unter strenge Aufsicht, insbesondere solche, die an Fiatwährungen wie den Euro gekoppelt sind. Dazu zählen sowohl E-Geld-Token (EMTs) als auch vermögenswertereferenzierte Token (ARTs). Emittenten müssen ausreichende Reserven vorhalten, die den vollen Wert der ausgegebenen Token decken. Darüber hinaus sind regelmäßig Transparenzberichte an die Aufsichtsbehörden zu übermitteln. So soll sichergestellt werden, dass Inhaber ihre Token jederzeit zum entsprechenden Gegenwert in Fiatwährung einlösen können.
8. Was bedeutet MiCAR für die Verwahrung von Kryptowerten?
Für Verwahrdienstleistungen schreibt MiCAR strengere Standards zum Schutz von Kundenvermögen vor. Verwahrer müssen Kundenbestände getrennt vom Eigenbestand halten, wirksame Sicherheitsmaßnahmen umsetzen und für Transparenz sorgen, indem sie regelmäßig an die Aufsichtsbehörden berichten. Die höheren Anforderungen sollen die digitalen Vermögenswerte der Kunden absichern und die Sicherheit der verwahrten Mittel gewährleisten.
Da MiCAR ausdrücklich nicht alle digitalen Vermögenswerte erfasst, bleiben nationale Regelwerke bestehen. In Deutschland regelt das KWG parallel zu MiCAR Security Token, NFTs und Kryptowertpapiere.
9. Welche Folgen haben Verstöße gegen MiCAR?
Wer die MiCAR-Vorgaben nicht einhält, muss mit Sanktionen rechnen, darunter Geldbußen und Beschränkungen der Geschäftstätigkeit. Der Bußgeldrahmen reicht bis zu 5 % des Jahresumsatzes. Darüber hinaus drohen weitere Durchsetzungsmaßnahmen, etwa die Aussetzung von Lizenzen oder ein Verbot, in der EU tätig zu sein.
Umso wichtiger ist es, frühzeitig für Compliance zu sorgen und diese Folgen zu vermeiden.
10. Wie sollten sich Unternehmen auf die vollständige Anwendung von MiCAR vorbereiten?
Wir bei Tangany haben zur Vorbereitung:
fundierte Rechtsberatung bei erfahrenen Rechtsberatern eingeholt
ermittelt, welche Lizenzen wir für unsere Dienstleistungen benötigen
ein Compliance-Audit durchgeführt, um sicherzustellen, dass wir die MiCAR-Anforderungen an AML/KYC, Verbraucherschutz und operative Transparenz erfüllen
eine Produkt- und Compliance-Roadmap für die Umsetzung von MiCAR aufgestellt
Wer jetzt mit der Vorbereitung beginnt, trägt zu einem reibungslosen Übergang bei und vermeidet Compliance-Engpässe auf den letzten Metern.
Frühzeitig für MiCAR aufstellen
MiCAR wird die Zukunft der Kryptobranche in Europa maßgeblich prägen. Wer sich frühzeitig vorbereitet und Compliance sicherstellt, kann Unterbrechungen vermeiden und das eigene Unternehmen im regulierten EU-Markt erfolgreich positionieren.
Fehlen einem Unternehmen Zeit, Ressourcen oder Kapazitäten, um die Vorgaben von MiCAR zu erfüllen, bietet eine Partnerschaft mit Tangany eine nahtlose Lösung. Mit unseren MiCAR-konformen und vollständig regulierten Verwahrdienstleistungen für digitale Vermögenswerte unterstützen wir Unternehmen dabei, die regulatorischen Anforderungen mühelos zu meistern, sodass sie sich auf ihr Wachstum konzentrieren können. Jetzt Kontakt aufnehmen
Haftungsausschluss
Dieser Inhalt dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Tangany ist keine Anwaltskanzlei und haftet nicht für Entscheidungen oder Handlungen, die auf Grundlage dieses Artikels getroffen werden. Für konkrete Fragen zur regulatorischen Compliance sollte stets qualifizierter rechtlicher Rat eingeholt werden.
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